Die Journalistin Martina Kramer veröffentlichte am 29. 06. 2009 in der Fränkischen Landeszeitung folgenden Lesungsbericht:

JUNGFRAUEN-RETTER AUF ABENTEUERLICHER FAHRT
Susanne Pavlovic stellte ihren Debutroman "Das Spielmannslied" in Heilsbronn vor

Der Ort für die Lesung hätte nicht besser gewählt werden können: die Stadtbücherei. Auch in Susanne Pavlovics Debutroman "Das Spielmannslied" kommt einem Turm wesentliche Bedeutung zu. Denn darin wohnen seltsame Gestalten und vielleicht sogar ein Drache. Doch alles verraten will die Autorin dann doch nicht und bricht just an der spannendsten Stelle ihren Vortrag ab. Dennoch haben die Besucher am Freitagabend einen guten Einblick in ihr Erstlingswerk gewonnen.

Susanne Pavlovics Roman ist unschwer dem Fantasy-Genre zuzuordnen und spielt in einer fiktiven Welt, in der es neben Drachen auch Zwerge und Zauberei gibt. Als Zeitebene darf man sich das irdische Mittelalter vorstellen, eine Periode in der tatsächlich Spielmänner durch die Lande zogen. Dieser Berufsgruppe gehört auch der Held des Buches an, ein junger Mann namens Wolfram von Kürenberg, der allerdings ein wenig schüchtern ist und vor jedem Auftritt von heftigem Lampenfieber geplagt wird. Als "liebenswerten Loser" bezeichnet ihn seine Schöpferin selbst, der man die Sympathie für ihr geistiges Kind durchaus anmerkt. Zusammen mit der resoluten Küchenmagd Krona und dem anmutigen Elfenprinzen Sindri macht sich das Trio auf eine lange, beschwerliche und nicht ungefährliche Reise. Denn es heißt, eine Jungfrau aus den Fängen eines Drachen zu befreien.

Soweit bedient sich Susanne Pavlovic klassischer Elemente von Märchen oder Fantasy-Romanen. Doch ein wenig anders als gewohnt verhalten sich ihre Charaktere inklusive des Drachens dann doch, verrät sie. Unweigerlich fühlt man sich an Gerd Scherm erinnert, der die Dinge oft mit einem ganz speziellen, einem Insiderblick darstellt. Ein schlauer Kniff, der den Leser vor Langeweile bewahrt. Jedoch anders als etwa Scherms Nomadengott-Trilogie richtet sich Susanne Pavlovics Erstling vornehmlich an ein jüngeres Publikum. Das hat vielleicht mit ihrem eigentlichen Broterwerb zu tun, denn sie arbeitet als Lehrerin in Bamberg. Dort findet sie Inspiration für ihre literarische Tätigkeit.

Das Mittelalter ist momentan ausgesprochen "in" beim Jungvolk und die Schriftstellerin trägt diesem Umstand bei ihrer Lesung auch optisch Rechnung. In einem mittelalterlichen Phantasiewams untermalt sie ihre Lesung sehr bildhaft. Schnell findet man den Einstieg in eine bunte, etwas gruselige, aber auch anheimelnde Welt voller Wunder und Überraschungen, gewürzt mit einem ordentlichen Schuss Humor. Zudem ist Pavlovic eine gekonnte Vorleserin und schmückt manche Szenen schauspielerisch aus. Und bereitet ihren Zuhörern ein kurzweiliges und vergnügliches Erlebnis, das vielleicht bald seine Fortsetzung findet. Denn der Nachfolgeband ist bereits in Arbeit.

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Der Spielmann hat es zu etwas gebracht!
Nämlich, zu einer Berichterstattung im "Fränkischen Tag", vom Bamberger liebevoll "Effdee" genannt. Fast eine ganze Seite, mit Foto. Wir sind so stolz.
Hier der Link zum Web-Artikel:
http://www.infranken.de/nc/nachrichten/lokales/artikelansicht/article/weltretten-war-gestern-22212.html

Hier der Original-Wortlaut:

"Weltretten war gestern!" (von Petra Mayer)

Als Autorin wagt sich Susanne Pavlovic ins Haifischbecken der boomenden Fantasy-Branche. Die Bambergerin stellt am 5. Juni ihren Roman "Spielmannslied" vor, in dem schöne Männer und starke Frauen gegen Genre-Klischees kämpfen.

Ist es nun eine Flucht aus der Finanzkrisen-geschüttelten Realität? Oder fesseln uns Fantasy-Helden mit magischer Kraft, die die Gesetzmäßigkeiten des Hier und Jetzt wie ein lästiges Korsett abstreifen? Nicht erst seit „Harry Potter“ boomt das Genre, das auch Susanne Pavlovic zur Feder greifen ließ: „Das Spielmannslied“ heißt der Roman, der Leser durch verborgene Türen auf Zeitreisen schickt. Mit Dämonen, Elfen, Magiern und Zwergen bietet die Wahlbambergerin genau den Stoff, von dem auch Mysteryfans träumen. Wir baten sie zum Interview.

inFranken: Wie kommt eine Deutschlehrerin mit fünfjährigem Filius dazu, ihre knappe Freizeit mit dem Schreiben von Fantasylektüre zu verbringen?
Susanne Pavlovic: Wie ich zum Schreiben kam? Eigentlich kam das Schreiben zu mir. Mein Elternhaus hat mir eine gute akademische Ausbildung zuteil werden lassen. Seit ich denken kann, hatte ich auf diese Weise „virtuelle Freunde“ (war deshalb aber kein einsames Kind). Der erste war Wickie, gefolgt von Pippi, Jim Knopf, Zora, Frodo, später Harry, Kriemhild und Tristan – das Studium der Mittelalterlichen Literatur hat seine Spuren hinterlassen.

„Virtuelle Freunde“ als Motivation

inFranken: Solche „virtuellen Freunde“ hat jedes Kind, das Bücher verschlingt. Was aber brachte Sie dazu, die Fantasy-Welt mit eigenen Helden zu bevölkern?
Susanne Pavlovic: Irgendwann tauchten virtuelle Freunde auf, die nicht einem Buch, sondern meinem Kopf entsprangen. Sie setzten sich bei mir aufs Sofa und guckten mich erwartungsvoll an: „Und, wie sieht’s aus? Willst du nicht eine Geschichte über uns schreiben?“ Diese Freunde gehen nicht weg, ehe was geschehen ist. Oft nicht einmal dann. Ja, ich weiß: Stimmen zu hören, ist normalerweise kein gutes Zeichen.

inFranken: Sind diese Stimmen so inspirierend wie in Ihrem Fall, sehe ich keine Probleme. Sie haben Sie aber schon vor dem „Spielmannslied“ zum Schreiben getrieben. Denn der Roman lässt auf keine unerfahrene Autorin schließen.
Susanne Pavlovic:
Nein, „Das Spielmannslied“ ist nicht mein erster Roman. Nur der erste, den ich über „Books on Demand“ herausgebracht habe. Manuskripte werden hier gespeichert, Bücher erst bei Bestellung produziert und ausgeliefert. Mein Fantasy-Abenteuer hat sich übers Internet auf diese Weise seit Februar knapp 200 Mal verkauft – und das ohne große Werbung.

inFranken: Als Geschichtenerzähler haben Sie mehr Glück als „Wolfram“: Ihr Spielmann gibt Kostproben seiner Kunst gegen Kostproben aus Küchen reicher Zeitgenossen, um nicht zu verhungern. Was faszinierte Sie an einem alternden Helden?
Susanne Pavlovic: Was mich bei „Wolfram“ fasziniert, ist die Tatsache, dass diese Figur konsequent und unbeirrt ihr Ding macht. „Wolfram“ ist unbequem und lässt sich nicht verbiegen. Er bleibt auch auf die Gefahr hin ein Freigeist, dass es wieder nur Sauerkrautsuppe zu essen gibt. Von dieser Sorte Mensch könnten wir mehr vertragen. 

inFranken: Gerade, weil es so viele fantasy-Romane gibt, ist indes die Gefahr groß, mit Pathos auf ausgetretenen Pfaden zu wandeln. Susanne Pavlovic: Weltretten war gestern! Man kann abseits ausgetretener Handlungspfade spannende Geschichten erzählen. Im „Spielmannslied“ sind Fantasy-Helden auch nur Menschen: Der Elfenprinz ist von zu Hause ausgebüchst und beginnt seine Reise im Sauerkrautfass. Die Kriegerin ist eine Küchenmagd wider Willen. Und der Spielmann selbst leidet unter Lampenfieber und hätte lieber was „Gescheites“ gelernt – Bäcker zum Beispiel. Bekommt man es unter diesen Voraussetzungen mit haarigen Dämonen, wüsten Gesellen und machtbesessenen Zauberern zu tun, hilft nur Improvisationstalent und eine große Portion Galgenhumor.

inFranken: Mit Galgenhumor schwimmen Sie gegen den Strom und bringen uns mit bodenständigen Fantasy-Gestalten, deren Bezug zum 21. Jahrhundert unverkennbar ist, zum Lachen: Vom Zwerg, der den Lebensmittelhandel revolutionieren will, bis hin zum Jungfrauen-geschädigten Drachen.
Susanne Pavlovic: Fans schätzen am „Spielmannslied“ (wie Amazon-Rezensionen und Gästebucheinträge verraten) tatsächlich die Darstellung der Charaktere als Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten, Stärken und Schwächen. Vom Zauberer bis zum verliebten Huhn trifft man keine Superhelden, sondern pfiffige Improvisationskünstler . . .

inFranken . . .Improvisationskünstler, in denen wir alle uns wiedererkennen. Warum fand sich kein großer Verlag für Ihr „Spielmannslied“-Projekt“? Susanne Pavlovic: Ich denke, mein Roman lässt sich schwer in Schubladen stecken. Das ist sicher der Grund, warum sich große Verlage nicht für das Projekt erwärmen konnten, obwohl es das „Spielmannslied“ 2007 bis in die Endrunde des größten deutschen Fantasy-Literaturpreises geschafft hat – bevor dieser eingestampft wurde. Spezielles Spielmanns-Glück!

 inFranken: Vielleicht schmeckt es Verlegern auch nicht, dass Sie gegen Klischees angehen, die viele mit dem Fantasygenre verbinden.
Susanne Pavlovic: Ja, nach wie vor ist es üblich, dass hier starke Männer schwache (und dabei selbstverständlich schöne) Frauen retten. Eine junge Kriegerin, die keinen Faustkampf scheut, flucht und ins Lagerfeuer rotzt, passt nicht ins Bild. Umso wichtiger war es mir, mit „Krona“ eine Alternative zu schaffen: Eine Frau, die sich nimmt, was sie will (hübsche Jungs inbegriffen) statt geduldig auf den Traumprinzen zu warten.

inFranken: Wie geht es für Sie nun mit dem Schreiben weiter? Welche Projekte stehen in nächster Zeit an?
Susanne Pavlovic: Sobald ich 300 Bücher des „Spielmannsliedes“ verkauft habe, möchte ich Band II auf den Markt bringen, dessen Rohfassung steht. Parallel dazu arbeite ich an einem Jugendroman, der nichts mit Fantasy zu tun hat.

inFranken: Und wie haben Interessenten nun Gelegenheit, Ihren unbeugsamen „Spielmann“ kennen zu lernen?
Susanne Pavlovic: Bei Comix Art in der Bamberger Austraße steht „Das Spielmannslied“ schon im Regal, das auch über große Internet-Buchhändler zu beziehen ist. Darüber hinaus gebe ich am Freitag, 5. Juni, ab 19.30 Uhr eine Lesung im „Studio 13“. Mehr Infos findet man auch auf meiner Homepage unter der Adresse www.spielmannslied.de.